Philip Ciolina

 

 

In der Stille der Zeit

Philip Ciolinas zum Herbst passende Ausstellung von Rosenstudien ‘In the Stillness of Time’ (Thackeray Gallery, London 11 bis 21 September) wurde von T.S. Eliots Gedicht ‘Burnt Norton’ inspiriert und erfasst die Blume vom Treiben der Knospe bis zum Verlust der Blütenblätter, was an die Jahreszeiten und den Lebenskreislauf denken lässt. 

Ciolina, Absolvent des Royal College of Art, hat schon immer mit kleinen Formaten gearbeitet. So entsteht eine Vertrautheit zwischen Sujet und Betrachter, die in Werken wie ‘Autumn Rose’ zum Gefühl des Alleinseins und der Melancholie beiträgt und Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit der Natur vermittelt. 

“In der Anwendung von Mischtechniken und Schichten durchsichtigen Papiers, die selbst an Blüten erinnern, ist sein leichter Pinselstrich gerade erkennbar, so als ob er darum bemüht sei, die unausweichlichen Spuren der Vergänglichkeit nicht zu stören, sondern nur festzuhalten. Vasen und Fensterbänke, wie Hinweise auf des Menschen Hand in der Vernichtung der Natur, deuten sich unheilverheissend als fahle, gedämpfte Schatten an, während sie auch in Erinnerung rufen, welch Freude und Genuss wir an Flora und Fauna haben. Diese vielschichtige Gegensätzlichkeit von Leben und Tod wird durch das Nebeneinander von Bildtiteln wie ‘Room at Dusk’ und ‘Night Rose’ mit dem lebhafteren ‘Morning Light’ und ‘Into the First World’ veranschaulicht. ‘In the Stillness of Time’ ist eine visuelle Dichtung über die Vergänglichkeit. 

Nicola McCartney 'Galleries' Magazine

 

 


Der RANDOM HOUSE VINTAGE CLASSICS PREIS geht an ‘The White Rose’

“Zart, erlesen, flüchtig, suggestiv: Dies sind die Eindrücke, die Ciolinas Bild einer weissen Rose hervorruft. Beinahe ist es, als sei sie gar nicht da. Das wiederholte Zeichnen und Überzeichnen und die Überlagerung von durchscheinendem Weiss auf Weiss und Cremeweiss lassen ein fast geisterhaftes Bild entstehen. Ciolina erklärt: "Rosen haben diesen geheimnisvollen und unvoraussagbaren Augenblick, wo sie vollkommen geöffnet sind und nichts mehr zu offenbaren haben. Schicht um Schicht haben sich die Blütenblätter entfaltet. Es ist wie ein Innehalten vor dem unausweichlichen Verfall. Diese Rose war keine Frühsommerrose, sondern wurde spät im Jahr entdeckt, eine Überlebende an einem Busch nahe eines vernachlässigten Gebäudes." Und so wussten Vintage (zum Verlag Random House gehörend) auch was sie wollten. ‘The White Rose’ wurde als Umschlagbild für eine Gedichtsammlung von Robert Frost ausgewählt.”

Frank Whitford, Sunday Times, Culture



Titelseite : ‘The Morning Room’ Mischtechnik auf Papier

Philip Ciolinas jüngste Arbeiten zeigen flüchtige Eindrücke von Innenräumen, erschaffen durch die Überlagerung verschiedener Weisstöne und der Abbildung von teilweise verborgenen, teilweise offenbarten Gegenständen. Die Stille wird unterbrochen durch die Spiegelung einer feuerroten Blume, die im Bild ‘The Morning Room’ in der Ferne verblasst. Die gleiche Stille zeigt sich in der ‘Ölbaum-Serie’, die in Verbindung zu einem Gedicht von Lorca steht und aus wiederholtem Zeichnen des selben Ölbaumes zu unterschiedlichen Tages- und Abendzeiten hervorgegangen ist.

Frank Whitford schreibt 2011 in einem Artikel für die Sunday Times über Philip Ciolinas preisgekröntes Bild ‘The White Rose’ “Zart, erlesen, flüchtig, suggestiv in den sich überlagernden Schattierungen von Weiss, Transparentweiss und Cremeweiss”.


In der Stille der Zeit

‘Into the rose garden’ eine Zeile aus T.S. Eliots ‘Burnt Norton’, war der Impetus der ‘Rosen-Serie’, die sich damit beschäftigt, einzelne Rosen in ihrer Verwandlung zu beobachten, von der Knospe zur Blüte, bis zur vollendeten Entfaltung und ihrem Vergehen und manchmal, wenn von draussen nach drinnen geholt, bis zu einem Zustand von Stille, in dem die Zartheit der Blütenblätter an Pergament erinnert.

Philip Ciolinas ‘The White Rose’ wurde mit dem Random House Vintage Classics Preis des Sunday Times Wettbewerbs ausgezeichnet. Die Serie wurde durch intensives Zeichnen und Malen, die Hinzunahme von Zyklamen und Lilien, die vielfältige Behandlung des Themas - sei es zum Teil versteckt, verschüttet oder von Gegenständen verdeckt oder als Spiegelbild in Fenstern oder Spiegeln - fortgesetzt.

“Time present, time past are both perhaps present in time future” Aus “Die Vier Quartette” von T.S. Eliot

 

Philip Ciolina, In the Stillness of Time
In the Stillness of Time , 36 x 24 cms

Philip Ciolina, The White Rose
The White Rose, 37 x 23 cms